Haibike XDURO

Das Haibike XDURO AllMtn RX im Dauertest

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Das Haibike XDURO AllMtn RX ist ein elektrisches Trailbike mit 150 mm Federweg vorne und hinten. Seit Ende März 2015 bin ich mit dem Rad im Kraichgau unterwegs.
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Auf den Navi (rechts) würde ich ja gerne verzichten. Aber das Nyon kann nicht mal die gefahrene Strecke abspeichern und die Orientierung auf der Kartenanzeige fällt auch schwer, weil man den Bildausschnitt nicht verschieben kann und die Kartendarstellung nicht so toll ist. Also bleibt das Garmin erst einmal dran.
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Leider machte das Umlenkritzel schon bald Zicken. Beim Kettentausch nach 1700 km fiel auf, dass es ungleichmäßig und schwer lief. Öffnen, reinigen und neu Fetten des Lagers brachte etwas Linderung.
Beim nächsten Kettentausch (nach 3050 km) war es dann komplett hinüber und ich habe das Lager ausgetauscht.
Jetzt läuft es besser als im Neuzustand.





März 2015

April 2015

Mai 2015

Juni 2015





Juli 2015

Oktober 2015

Oktober 2015

November 2015

0 km

320 km

1000 km

1700 km





1900 km

3050 km

3200 km

3320 km
Januar 2016





Februar 2016




März 2016

April 2016



Juli 2016

Sept 2016


Sept 2016


Oktober 2016



November 2016


Dezember 2016
3750 km





3800 km


4000 km

4300 km

4600 km



5600 km

6650 km


6750 km


6800 km



7350 km


7450 km
Februar 2017

März 2017

April 2017



Juni 2017





Juni 2017

Juli 2017

7800 km

8300 km

8800 km



9850 km





10200 km

10850 km


Anschaffung.

Erstinspektion beim Händler.

Hydraulische Sattelstütze LEV DX sinkt ab. Reparatur über Händler.

Hydraulische Sattelstütze LEV DX sinkt wieder ab. Erneute Reparatur.
Umlenkritzel rattert: Lager geöffnet, gereinigt und gefettet.
Neue Kette montiert.
Neue Sattelstütze KS LEV 150 montiert.
Die reparierte LEV DX am Rad des Sohnes montiert.

Schraube verloren am rechten hinteren Horst Link. Ersetzt.

Neue Kette montiert.

Bremsbeläge vorne und hinten ausgetauscht.

Reifen hinten getauscht (Schwalbe Hans Dampf).
Umlenkritzel sitzt nahezu fest: Lager getauscht.
Antrieb sehr laut: Geöffnet, gereinigt, gefettet.
Öl- und Dichtungswechsel an der Federgabel (kleiner Service).
Öl- und Dichtungswechsel am Dämpfer (kleiner Service).
Gleitlager am Dämpfer nahezu fest: Getauscht gegen Syntace Nadellager (301/601).

Rechtes Außenlager im Motorblock getauscht (6809 2RS).
Lagerschutzring (aus 2016er CX Motorenserie) rechts eingebaut.

Softwareupdate auf 1.5.1 (Drive Unit) beim Händler machen lassen.

Neue Bremsscheibe und -beläge vorne.

Neue Kette montiert.
Neuer Zahnkranz (hinten) und Motorritzel (vorne).
Neue Bremsscheibe und -beläge hinten.

Neue Kette montiert.

Syntace Nadellager ausgeschlagen. Gewechselt gegen Huber-Buchsen.
Neue Kette montiert.

Nyon defekt. Zur Reparatur an Bosch geschickt.
Nach wenigen Tagen kostenlos ein neues Nyon erhalten (2016er Modell).

Neue Bremsbeläge vorne und hinten.
Neuer Reifen hinten (Schwalbe Hans Dampf).
Lager Umlenkritzel getauscht.

Neues Motorritzel (Connex 16 Zähne, 2 mm).
Neue 11-fach Kette montiert.

Neue Kurbelarme (FSA 745/IS) und FSA Kettenschutz montiert.
Kleiner Service an Dämpfer und Federgabel (Öl- und Dichtungswechsel).

Schaltzug ersetzt.

Neue Bremsbeläge vorne und hinten.
Neue Kette.
Neuer Zahnkranz.

Wieder den originalen (kurzen) Haibike Vorbau montiert.
Flat-Pedals montiert.
Neue Handgriffe Ergon GE1.
Neue Reifen: Vorne Maxxis HighRoller II 3c MaxTerra,
hinten Maxxis Minion DHR (beide tubeless).

Schaltzug ersetzt.

Neue Bremsbeläge vorne und hinten.
Neue Kette.
Haibike kann man keinen Vorwurf machen: Die Buchsen und Gleitlager sind Originalteile von Fox. Trotzdem waren die bei der Kontrolle nach knapp 4000 km ziemlich fest und wurde von mir gegen Syntace Nadellager ersetzt.










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Nach einigen Schlammeinsätzen macht der Antrieb einen traurigen Eindruck. Er wurde sorgfältig gereinigt - auch von innen.
Das rechte Hauptlager ist aber dennoch laut.
Ein neues Lager ist schon bestellt und wird demnächst eingebaut.







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Der Bosch Antriebsblock hat drei Verbindungen nach außen: Auf der rechten Seite die Kurbelwelle und die darum herum liegende Ritzelhohlwelle, auf der linken Seite die andere Seite der Kurbelwelle.

An allen drei Wellen basiert das Dichtungskonzept ausschließlich auf der RS Dichtscheibe des jeweiligen Lagers. Es gibt keine dedizierten Dichtungen, nicht einmal eine simple Abdeckung oder ein Labyrinth. Das Ganze wurde offensichtlich für trockene Teerstraßen entwickelt. An schlammige Waldpfade hat da niemand gedacht.


Am meisten ist das Lager hinter dem Ritzel gefährdet. Dort wird der Dreck von der Kette regelrecht hineingeknetet und kann dann unter der Dichtlippe durchkriechen. Zumindest für diese Stelle bietet Bosch mittlerweile einen Lagerschutzring an, den man nachrüsten kann (und unbedingt sollte!). Das ist zwar auch keine 'richtige' Dichtung, aber immerhin eine brauchbare Abdeckung.
Auch die Wellendurchführung auf der rechten Seite ist gefährdet. Weil dieses Lager ebenfalls im Motordeckel liegt und mit diesem montiert und demontiert wird, braucht es zur Welle eine Wurfpassung. Und somit gibt es für Feuchtigkeit einen direkten Weg ins Motorinnere.

Tatsächlich fand ich bei meiner Reinigungsaktion auf der Welle im Motor braune Flugrostspuren, die manchmal zu einem hässlichen Quietschgeräusch führten (der Innenring hat sich vermutlich teils zur Welle gedreht).

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Da ist der Übeltäter: Dieses Lager sitzt direkt neben dem Ritzel und bekommt allen Schmutz und Dreck ab. Trotzdem ist es nur durch die eingebaute RS-Dichtung gedichtet (im Bild geöffnet). Das reicht (natürlich!) überhaupt nicht und so setzt sich das Lager nach kurzer Zeit voll und fängt an zu mahlen. Durch den Motordeckel wird das Geräusch dann so richtig schön laut abgestrahlt.
Glaubt man den einschlägigen Internetforen, dann kommt ein Lagerschaden, so wie auch ich ihn hatte, an dieser Stelle durchaus häufiger vor.



Ein Austausch des Lagers ist möglich (Typ 6809 2RS), aber die Prozedur ziemlich komplex. Dauerhaft wird das Problem nur durch eine zusätzliche Dichtung gelöst, die Bosch ab der 2016er CX-Serie verbaut. Immerhin kann man diesen Lagerschutzring für wenig Geld nachkaufen und auch bei den 2015er Antrieben montieren (Bosch Teilenummer 1270016104 - Achtung, die Internetpreise variieren derzeit von 2,50 € bis 20 €!).
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Für solche Aktionen sind die Bosch Antriebe nicht ausgelegt - das ist mir inzwischen klar geworden.

Zusammenfassend kann man feststellen, dass der Bosch Motor von der Robustheit eines guten, voll gekapselten Mountainbike Tretlagers weit entfernt ist. Man sollte sich von Matsch, Schlamm und stärkerem Regen möglichst fern halten. Die Reinigung kann mit einem (nicht zu feuchten) Lappen erfolgen - keinesfalls abspritzen! Direktem Wasserbeschuss hat der Bosch Motor nur wenig entgegenzusetzen.

Der Bosch Nyon ist wirklich ein herrlicher Spaß: Als ich gestern losfahren wollte begrüßte mich dieser Bildschirm (Fehler 531) und nichts ging mehr (keine Motorfunktion). Nach vielem Herumprobieren und einiger Internet Recherche kam ich auf des Rätsels Lösung:
Der Nyon spielt seine Updates automatisch über WLAN ein. Die Software im Controller des Motorblocks (Drive Unit) kann nur ein Händler per Kabel und spezieller Bosch-Software aktualisieren.
Nun kann es zu der lustigen Situation kommen, dass der (automatisch aktualisierte) Nyon nicht mehr kompatibel zur Drive Unit ist. Verändert man dann die individuellen Fahrmodi, so steigt das System komplett aus.
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Zur Lösung des Problems darf man sein Rad zum Händler schieben (Fahren geht ja nicht mehr…) und ein Software Update aufspielen lassen. Alternativ kann man die geänderten Fahrmodi allerdings auch im Bosch ebike-connect Portal resetten. Nach dem nächsten Synchronisieren ist der Fehler wieder weg (die individuellen Fahrmodi aber auch).
Immerhin war der Update der DriveUnit Software bei meinem Händler (www.cyclesport.de) unkompliziert und kostenlos - danke!
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Leider haben die Syntace Nadellager nur knapp 3000 km durchgehalten. Jetzt kommt was „Richtiges“ rein - Huber Buchsen (http://huber-bushings.com). Das sollte halten.








Feierabend - das war’s erstmal mit meinem Nyon. Nach einer ganz normalen 30 km Tour kam nach dem Abnehmen des Gerätes vom Lenker nur noch dieser Bildschirm. Ein-/Ausschalten und selbst ein Werksreset (alle vier Tasten gleichzeitig) brachten nichts. Auch mein Händler konnte den Nyon an seinem Rechner nicht wiederbeleben.
Jetzt schauen wir mal, was Bosch dazu sagt.
Netterweise hat mir mein Händler (www.cyclesport.de) ganz unkompliziert ein Intuvia Display geliehen, so dass ich erstmal weiterfahren kann. Danke!
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Wow - das ging schnell: Nach einer guten Woche schickte Bosch Ersatz für das defekte Nyon. Und es ist sogar ein 2016er Modell mit 6 GB Speicher!
Erkennen kann man das einfach an der Firmware: v1.5.0.0 zeigen die 2014/15er und v2.5.0.0 die 2016/17er.
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Ratternde Geräusche im Antrieb

Das Haibike verwendet eine einzigartige Kettenführung über ein Umlenkritzel / Umlenkrolle (Pulley Wheel), die man sonst bei keinem anderen Hersteller findet. Die Idee dahinter ist vermutlich, Antriebseinflüsse (Pedalrückschlag durch Einfedern) zu vermindern. In der Praxis kann die Umlenkrolle aber zu erheblichen Geräuschen führen (Rattern), weil sich die Kette zwischen der Rolle und dem Zahnkranz durch den verkürzten Abstand stärker biegen muss. Dazu gibt es bereits diverse umfangreiche Diskussionen im Pedelec-Forum.
Auch ich war davon nicht verschont, konnte die Probleme aber inzwischen weitgehend beseitigen:

1) Zunächst muss man sicherstellen, dass das Lager in der Umlenkrolle einwandfrei läuft.
Dazu stellt man die Kette in den größten Gang (kleinstes Zahnrad) und entfernt dann die Kettenführung (schwarzes Plastikteil) über der Umlenkrolle.
Nun kann man die Kette leicht von der Rolle herunterheben und die Rolle mit der Hand frei drehen. Sie sollte sich vollkommen geräuschlos und nahezu ohne Widerstand gleichmäßig drehen lassen. Andernfalls muss das Lager getauscht werden. Ersatzlager vom Typ
6902-2RS (15x28x7) gibt es für ein paar Euros zu kaufen.
Für das Aus- und Einpressen verwendet man einen stabilen Schraubstock. Als Druckstücke missbrauche ich passende Nüsse aus einem Steckschlüsselsatz. Darauf achten, dass man beim Einpressen des neuen Lagers nur auf den Außenring presst!

2) Die axiale Position des Lagers (Einpresstiefe) in der Umlenkrolle ist ebenfalls wichtig!
Der Abstand zwischen dem Lageranschlag im Inneren der Rolle und der Lage des Sicherungsringes (Nut) ist einen knappen Millimeter größer als die Lagerbreite. Somit ist die Einpresstiefe des Lagers undefiniert. Das Lager befindet sich in der richtigen axialen Position, wenn die Kette später genau mittig in der schwarzen Plastik-Kettenführung läuft (Kette dabei im mittleren Gang, also 5 oder 6).
In meinem Fall (und das scheint universell so zu sein, wenn man den Berichten im Pedelec-Forum glaubt) musste das Lager dazu bündig am Sicherungsring positioniert sein. Das bedeutet, man darf das Lager nicht bis auf den Anschlag im Ritzel einpressen. Vielmehr muss zwischen Lager und Anschlag ca. 0,8 mm Luft bleiben, so dass das Lager an der anderen Kante am Sicherungsring ansteht.
Ich habe das so gelöst, dass ich zunächst 8 Passscheiben 20x28x0,1mm in die Rolle eingelegt und dann das Lager bis zu Anschlag eingepresst habe. Danach konnte der Sicherungsring gerade noch montiert werden und die axiale Position hat gestimmt.

Mit diesen beiden Maßnahmen sollte das Rattergeräusch schon deutlich reduziert werden. Es war bei mir aber besonders in den kleinen Gängen mit sehr schräger Kettenführung noch immer gut hörbar.
Letztlich halfen dann folgende weitere Aktionen:

3) Das Original-Haibike Motorritzel ist relativ breit und behindert die Kette beim Schräglauf (kleine Gänge). Im Zubehörhandel gibt es Motorritzel von Fremdherstellern, die nur 2 mm breit sind und daher einen ruhigeren Kettenlauf ermöglichen, zum Beispiel von der Marke Connex. Man muss lediglich auf die richtige Zähnezahl achten (bei mir 16). Der Nachteil dabei ist, dass der Kettenschutz verloren geht, weil dieser fest am Haibike Originalritzel angebaut ist. Hier kann man sich mit einem ebenfalls im Zubehörhandel erhältlichen FSA Kettenschutz behelfen, der auf die Kurbel gesteckt wird. Beide Teile (Connex Ritzel und FSA Kettenschutz) sind für ein paar Euros zu bekommen.
Für diesen Umbau braucht man allerdings einen Kurbelabzieher und ein Bosch Lockring-Tool. Letzteres ist leider recht teuer.

4) Man kann ohne weiteres an der 10-fach XT Schaltung auch eine 11-fach Kette montieren. Da die innere Breite der Kettenglieder gegenüber der 10-fach Kette gleich bleibt und lediglich die Stärke der Laschen geschrumpft ist, harmoniert die 11-fach Kette ohne weiteres auch mit der 10-fach Schaltung. Der Vorteil ist dabei, dass die 11-fach Kette seitlich besser biegbar ist und somit bei schräger Führung weniger Geräusch macht.

Mit diesen Maßnahmen konnte ich das Knattern meines Antriebs nahezu vollständig beseitigen. Lediglich in den zwei kleinsten Gängen ist noch ein ganz geringes Geräusch hörbar - aber eigentlich auch nur dann, wenn man genau weiß worauf man achten muß.
Wer auch das letzte Rattern noch loswerden will, muss sich wohl ein anderes E-Bike ohne Umlenkrolle zulegen…

Zum Schluss noch ein Pflegetipp:
Eine gute Sauberkeit und regelmäßige Schmierung der Kette ist am Haibike besonders wichtig, um die seitliche Verbiegung ohne Geräusche zu ermöglichen.
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Im Juni 2016 ist es geschafft! Die 10.000 km Marke war schon seit ein paar Wochen geknackt, aber nun zeigt der Nyon auch über 1.000 km in einem Monat :-)
Nachdem ich mein Rad anfangs eher in Richtung AllMountain getrimmt hatte (Schwalbe Reifen, längerer Vorbau, stärkere Gabeldämpfung, Klickpedale) bin ich Mitte 2017 zurück in Richtung Trail/Enduro gegangen: Ordentliche Maxxis Enduro/Downhill-Breitreifen, gute Flat-Pedals, kürzerer Vorbau, agilere Einstellungen von Gabel und Dämpfer. Vor allem die Reifen machen einen himmelweiten Unterschied. Dank schlauchlosem Aufbau kann ich jetzt locker mit 1,5 bar fahren, was bei verblockten und steilen Singletrails enorm hilft.
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